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Flüchtlingsintegration ist kein Sprint, sondern ein Marathon …

… denn von der Ankunft in der Kommune bis zum wirklichen Ankommen in der Nachbarschaft eines Quartiers bzw. der Belegschaft eines Betriebes vergehen in der Regel nicht nur Wochen oder Monate – sondern mehrere Jahre. Gründe dafür sind neben Verwaltungsverfahren und bürokratischen Hürden auch sprachliche und kulturelle Barrieren, die eine nachhaltige Integration für alle Beteiligten zur besonderen Herausforderung machen.

Aus diesem Grund hat sich der vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft diesem Thema angenommen und ein gesondertes Modul im Rahmen der mehrtägigen Seminarreihe zum „Sozialberater in der Wohnungswirtschaft“ konzipiert.

Das Angebot richtete sich unter anderem an die kommunalen Wohnungsgesellschaften, die seit Beginn 2015 mit der dezentralen Unterbringung von Geflüchteten beauftragt sind, sowie an die kommunalen Integrationskoordinatoren, die den Integrationsprozess ganzheitlich unterstützen. Insbesondere der Austausch von eigenen Erfahrungen sowie das Kennenlernen guter Praxisbeispiele und Angebote, Netzwerke aus Sachsen helfen den Teilnehmenden zukünftige Herausforderungen in ihren Kommunen erfolgreich zu bewältigen.

Als freie Trainerin und Dozentin half Kathleen Markwardt den Seminarteilnehmenden, sich in internationalen Situationen zu reflektieren und zu öffnen – damit sie Zugewanderte besser verstehen und folglich gut beraten können. Dazu gab es Tipps und Tricks, wie man Verständigung trotz Sprachbarrieren meistern kann.

Wie das ganz praktisch aussieht, bewies Monkez Alosta, Integrationsmanager der Wohnungsbaugesellschaft Plauen mbH, als Best Practice Input eines Mitgliedsunternehmens des vdw Sachsens. Der gebürtige Syrer beantwortete alle „1001 Fragen von der Sammelunterkunft bis zum Familiennachzug“ und erklärte kultursensibel, warum Wohnen in Deutschland kompliziert sein kann. Das Format lebte folglich vom offenen Austausch und der gemeinsamen Erarbeitung von passenden Lösungen für aktuelle Probleme. Neben nützlichen Informationen und neuen Kontakten konnten die Beteiligten für ihre tägliche Arbeit Anregungen und Hilfen, auch im mehrsprachiger Ausfertigungen, mitnehmen.

Da zu einer gelingenden Integration neben dem Wohnquartier vor allem der Arbeitsmarkt gehört, wurde an diesem Tag die Leitstelle Zuwanderung als Projekt des vdw Sachsen im IQ Netzwerk Sachsen vorgestellt. Als Ansprechpartner im Verband stehen Volkmar Lehnert und Uwe Müller sächsischen Unternehmen zur Verfügung und unterstützen diese bei der nachhaltigen Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationshintergrund. Neben persönlicher Beratung, direktem Verweis an Ansprechpartner vor Ort sowie Vermittlung von passgenauen Schulungsangeboten bieten sie engagierten Unternehmen der Region sogenannte IMPULS-Veranstaltungen: dabei geht es um Fachkräftegewinnung durch Zuwanderung in den ländlichen Räumen Sachsens und eine strukturierte Vernetzung aller relevanten Akteure in diesem komplexen Themenfeld.